Monika Rinck – Montagmorgens nach der Apokalypse

Alle Wecker klingeln, die Morschen erheben sich, schauen sich um, zögern. So viel Herbeigesehntes ist durchkreuzt und markiert. Etliches fehlt, wobei sich die Summe der Gebrauchtwaren immens vermehrt zu haben scheint. Unscharfe Gestalten pulsieren, lassen nach, sinken ab, um kurz darauf urplötzlich auszuholen, doch gegen wen? Gibt es sie noch, die Gegner? Tentakeln versanden. Das Auge sperrt sich, das Drehkreuz blockiert. Sturm auf das Drehkreuz! Ab hier gelten die Regeln der Antimaterie, bei gleichzeitigem Überdauern der Reste. Unmöglich. Welchen Dingen ähnelt das? Falsche Frage, ganz falsche Frage, seufzen die in bunten Bandagen schaukelnden Morschen. „Worin, warum und wie ähnelt dies nicht?“ , würde die Frage lauten, auf die richtige Weise gestellt. Ein Glöckchen tönt hell und verstummt. Das Hörnchen schaut auf. Es weiß eine einzige Sache jetzt sehr genau: Erst der Blick macht die Ware zur Halde.

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Heinrich Dietz – Rubble and Fodder

Heinrich Dietz

In contrast to reductionist tendencies in twentieth century art through which means, media, and parameters of artistic work were investigated, isolated, and sorted out, a contrary strategy is strikingly evident in your oeuvre: the maximum utilisation of a variety of those means which are traditionally available to painting. These include the representative function of painting – the figuration and construction of an illusionistic pictorial space –, borrowings from classical iconography and symbols, an extreme wealth of detail in the monumental paintings, but also composition, tonality, and modulation of the oil paints. What is the motivation for this assertive reactivation of painterly means?

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